3 Tage in Quiberon

A/D 2018 l R: Emily Atef l D: Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Charly Hübner l FSK: 0 l 115 Min.

1981 verbringt Romy Schneider drei Tage mit ihrer besten Freundin Hilde in dem kleinen bretonischen Kurort Quiberon. Trotz ihrer negativen Erfahrungen mit der deutschen Presse, willigt die Schauspielerin in ein Interview mit dem „Stern“-Reporter Michael Jürgs ein, zu dem der von Romy Schneider geschätzte Fotograf Robert Lebeck die dazugehörige Fotostrecke liefert. Das legendäre Interview und die Fotos bilden die Grundlage für einen Film, der die Atmosphäre dieser Tage einfängt, in denen der Mensch hinter der weltberühmten Schauspielerin zum Vorschein kommt. Entstanden ist ein vielschichtiges Porträt einer mitreißenden Schauspielerin, die alles gibt und sich selber nur selten gesehen fühlt.

Augenblicke: Gesichter einer Reise / Visages Villages

F 2017 l R: Agnès Varda, JR l FSK: o. A. l OmU l 89 Min.

Agnès Varda und JR fahren durch ländliche Gebiete Frankreichs, besuchen Dörfer, Kleinstädte und Höfe. Sie fotografieren Menschen und entwickeln daraus schwarz-weiße Drucke, die sie auf bekannten Plätzen ausstellen. Der Film wurde erstmals 2017 auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt. Dort konnte er die beiden Preise Golden Eye und Palme de Whiskers gewinnen. Regisseurin Varda ist bereits seit den 1950er Jahren in der Filmbranche tätig und eine wichtige Vertreterin der Nouvelle Vague. „Augenblicke: Gesichter einer Reise“ wurde im September 2017 auf dem Filmfestival von Toronto als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Außerdem erhielt der Film 2018 eine Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm.

Das Mädchen und der Kommissar / Max et les ferrailleurs

F/I 1971 l R: Claude Sautet l D: Romy Schneider, Michel Piccoli, Bernard Fresson l FSK: ab 16 l OmU l 106 Min.

Max, ein ehrgeiziger, aber erfolgloser Polizist will, um endlich mal wieder einen großen Fall zu lösen, eine Verbrecherbande zu einem Überfall bewegen. Dafür nutzt er die Gangsterbraut Lily für seine Pläne aus. Schnell gewinnt er das Vertrauen der jungen Frau, die nichts von der Manipulation ahnt und lockt die Verbrecher auf eine falsche Fährte. In dem Meisterwerk des französischen Film Noir der 1970er-Jahre glänzt die damals 33-jährige Romy Schneider neben Michel Piccoli und avancierte damit fernab ihres „Sissi“-Images zum Star. „Das Mädchen und der Kommissar“ ist eine Verfilmung des Romans von Claude Néron.

Die Dinge des Lebens / Les choses de la vie

F/I 1970 l R: Claude Sautet l D: Michel Piccoli, Romy Schneider, Léa Massari, Gérard Lartigau l FSK: ab 12 l OmU l 81 Min.

Der Architekt Pierre gerät in einen schrecklichen Autounfall. Schwer verletzt sieht er sein Leben vor seinen Augen vorbeiziehen. In diesem Moment realisiert er die Wichtigkeit aller Details seiner Existenz, die Freude und das Leid, die sein Leben lebenswert machen und erinnert sich an Szenen seines vergangenen Lebens mit seiner Geliebten Hélène, seiner Frau Catherine und seinem Sohn Bertrand. Die Adaption des gleichnamigen Romans von Paul Guimard markiert den Beginn einer langjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Romy Schneider und Regisseur Claude Sautet. Es ist der erste von fünf gemeinsamen Filmen.

Die Pariserin – Auftrag Baskenland / Mission Pays Basque

F 2017 l R: Ludovic Bernard l D: Élodie Fontan, Florent Peyre, Daniel Prévost l FSK: o. A. l 100 Min.

In wunderschönen Bildern erzählt Regisseur Ludovic Bernard eine temporeiche und witzige Liebesgeschichte um die bildschöne, erfolgreiche Großstadtpflanze Sybille, die im Auftrag ihrer Firma ins malerische Baskenland reist, um einen alteingesessenen Familienbetrieb aufzukaufen und an dessen Stelle einen Supermarkt zu errichten. Schnell wird sie mit der Sturheit der illustren Dorfbewohner und deren unvergleichlicherer Lebensart konfrontiert und erliegt allmählich dem Charme des liebenswerten Machos Ramunxu, der ihr zeigt, worauf es im Leben statt Geld und Erfolg wirklich ankommt: Liebe, Freundschaft und Loyalität.

Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen / Une jolie ch’tite famille

F 2018 l R: Danny Boon l D: Danny Boon, Laurence Arné, Valérie Bonneton, Pierre Richard, François Berléand, Judi Beecher, Kad Merad l FSK: o. A. l 107 Min.

Das angesagte Architektenpaar Valentin D. und Constance Brandt organisiert die große Eröffnung einer Retrospektive im Pariser Museum für Moderne Kunst. Was niemand weiß: Valentin hat der High Society seine Sch’ti-Herkunft aus dem Arbeitermilieu, für die er sich schämt, verschwiegen. Er lässt die Pariser Gesellschaft, die Medien und sogar seinen Hauptinvestor, der niemand anderer als sein Schwiegervater ist, im Glauben, er sei Waise aus einer aristokratischen, persischen Familie, ein naher Nachkomme des Schahs aus dem Iran. Dabei leben Valentins Bruder Gustave, seine Schwägerin Louloute und deren Tochter in Nordfrankreich in einem Wohnwagen zwischen dem Haus seiner Mutter und dem Autoschrottplatz seines Vaters. Valentins Bruder Gustave, der sich in akuten finanziellen Nöten befindet, sieht als einzigen Ausweg, wieder Kontakt mit seinem wohlhabenden Bruder aufzunehmen und sich von ihm Geld zu leihen. Er erzählt seiner Mutter, Valentin habe die ganze Familie nach Paris eingeladen, um dort ihren 80. Geburtstag zu feiern und die Familie wieder zu versöhnen. Als die Provinzler aus dem Norden dann überraschend im Museum für Moderne Kunst auftauchen und die beiden völlig gegensätzlichen Welten aufeinandertreffen, wird es explosiv… Ein unterhaltsames Wiedersehen mit den Sch’tis.

Die Spaziergängerin von Sans-Souci / La passante du Sans-Souci

/BRD 1981 l R: Jacques Rouffio l D: Romy Schneider, Michel Piccoli, Helmut Griem l OmU l 110 Min.

Für den Präsidenten einer Hilfsorganisation wird die Vergangenheit wieder lebendig, als er in einem ausländischen Diplomaten einen faschistischen Botschaftsrat erkennt: der Tod seiner jüdischen Eltern, seine Verkrüppelung durch die SA, seine Flucht und der Überlebenskampf seiner Pflegemutter, einer deutschen Emigrantin in Paris, deren Mann ins KZ gebracht worden war. Er nimmt späte Rache und erschießt den Mörder der Menschen, die er liebte. Das Drama von Jacques Rouffio  basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joseph Kessel und war die letzte Rolle der Schauspielerin Romy Schneider.

Ein Leben / Une vie

F/B 2016 l R: Stéphane Brizé l D: Judith Chemla, Jean-Pierre Darroussin, Yolande Moreau l FSK: ab 12 l OmU l 119 Min.

Normandie 1819. Die junge Landadelige Jeanne kehrt nach ihrer Ausbildung in einem Convent auf das Landgut ihrer Eltern an der Küste der Normandie zurück. Die wohlbehütete Jeanne träumt von der Liebe, die sie nur aus Büchern kennt. Voller romantischer Ideen willigt sie ein, den verarmten Viscount Julien de Lamare zu heiraten. Nach der Trauung überlassen die Eltern Jeannes Ehemann das Landgut der Familie und Jeanne muss erkennen, wie naiv sie die Welt bisher gesehen hat. Denn schon bald betrügt Julien sie. Wie die Jahreszeiten wechseln die Lebensphasen: Im Sommer ein leichtes Leben dank vieler Besucher, im Winter eine Einsamkeit, in der man auch die eigene Persönlichkeit gegen die Stürme verteidigen muss. In vibrierenden Bildern von zarter Schönheit und großer Intensität erzählt die Verfilmung des berühmten Romans von Maupassant die zeitlose Geschichte einer Frau, die unfähig scheint, sich mit einer Welt der Lüge und des Betrugs zu arrangieren. Die Beharrlichkeit, mit der sie sich wider aller Vernunft ihre Vorstellung von der Welt zu bewahren versucht, macht Jeanne zu einer ebenso faszinierenden wie verstörenden Heldin.
In einer eigenwilligen Adaption des berühmten Romans von Guy de Maupassants „Une vie“ erzählt Stéphane Brizé („Mademoiselle Chambon“) mit großer Intensität die zeitlose Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach Liebe.

Ein Lied in Gottes Ohr / Coexister

F 2017 l R: Fabrice Eboué l D: Fabrice Eboué, Audrey Lamy, Ramzy Bedia, Jonathan Cohen, Guillaume de Tonquedec, Mathilde Seigner l FSK: o. A. l OmU l 89 Min.

Dafür wurde es höchste Zeit: ein Rabbi, ein Pfarrer und ein Imam gründen eine Band. Der beruflich unter Hochdruck stehende Musikproduzent Nicolas soll diese neue Band ganz nach oben bringen. Gemeinsam mit seiner flinken Assistentin Sabrina gelingt es ihm, aus den drei Himmelsdienern die virtuose Band Koexistenz zu formen, die sogar dem lieben Gott einen deftigen Ohrwurm verpassen könnte. Womit Nicolas und Sabrina nicht gerechnet haben, sind die kleinen und größeren Abgründe, die die Geistlichen heutzutage so mit sich herumtragen. Und so groß die Nachfrage nach göttlichen Harmonien auch sein mag – die dafür zu zähmenden Unterschiede haben sie sich etwas friedfertiger vorgestellt. Doch die drei Bandkollegen beherrschen den religiösen Beleidigungskanon perfekt und treffen bei der Arie der kulturellen Vorurteile ohne Probleme den fiesesten Ton. Als die Dinge außer Kontrolle geraten und sich die Gottesdiener an die Gurgel gehen, schmeißt Nicolas hin. Aus diesen Streithähnen kann auch er keine Friedenssinger machen. Doch die heiligen drei Tonträger haben mittlerweile ihre Koexistenz ins Herz geschlossen und nehmen die Dinge nun selbst in die Hand…
Den absoluten Wahrheiten mit Vielstimmigkeit ein Schnippchen schlagen – diese geniale Idee nimmt die pointenreiche Komödie Ein Lied in Gottes Ohr mit viel bösem Witz gründlich auseinander. Ohne jegliches Moralaposteln pikst Regisseur Fabrice Eboué in jedes religiöse Wespennest und nimmt uns mit großer Lust an der Provokation und noch mehr herzhaftem Humor mit auf eine höllisch komische, musikalische Irr- und Abenteuerfahrt.

Guardians of the Earth

A/D 2017 l R: Filip Antoni Malinowski l FSK: 0 l OmU l 86 Min.

Das UN-Klimaabkommen von Paris ist ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte und wird das Leben auf unserem Planeten für die nächsten Jahrzehnte bestimmen. Zum ersten Mal haben sich 195 Staaten dazu verpflichtet, den bereits allgegenwärtigen Klimawandel aufzuhalten. Der Film gibt Einblick hinter die verschlossenen Türen der Verhandlungen und offenbart die Konflikte, die über unsere Zukunft entscheiden: Reich gegen Arm, Opfer gegen Profiteure – Nationale Eigeninteressen stehen der Zerstörung ganzer Länder gegenüber. Ein aufrüttelnder Dokumentarfilm über den Klimawandel und die Rettung unserer Spezies. Regisseur Filip Antoni Malinowski macht aus der revolutionären Weltklimakonferenz 2015 (COP 21) von Paris einen elektrisierenden Polit-Thriller.

Maria by Callas

F 2017 l R: Tom Volf l FSK: o. A. l 113 Min.

„Da sind zwei Leute in mir, Maria und La Callas …“ Mit ihrer Kunst und ihrem Privatleben stand der Opernstar zu Lebzeiten im Fokus der Öffentlichkeit. 40 Jahre nach ihrem Tod erzählt die Ausnahmekünstlerin ihre Geschichte erstmals in ihren eigenen Worten. Dafür hat der französische Regisseur Volf bisher unveröffentlichtes Archivmaterial zu einem sehr persönlichen Porträt des Weltstars verwoben und wirft einen Blick in die Seele einer der bedeutendsten Sängerinnen aller Zeiten, die zeitlebens mit ihrer Berühmtheit haderte. Präsentiert werden Foto- und Filmaufnahmen von berühmten Weggefährten wie Aristoteles Onassis, Grace Kelly, Luchino Visconti oder Liz Taylor.

Marvin / Marvin ou la belle éducation

F 2017 l R: Anne Fontain l D : Finnegan Oldfield, Isabelle Huppert Grégory Gadebois l FSK : ab 12 l OmU l 114 Min.

Martin Clement, geboren als Marvin Bijou, ist entkommen. Dem Dorf seiner Kindheit. Der Tyrannei seines Vaters. Der Resignation seiner Mutter. Den Schikanen seiner Geschwister und Mitschüler. Allen, die ihn nicht verstehen wollten, weil er anders war als sie. Aber es gab auch Verbündete. Seine Lehrerin Madame Clement, die ihm die Welt des Theaters zeigte und deren Namen er voll Dankbarkeit annahm. Den Schriftsteller Abel Pinto, der ihn ermutigte, seine Geschichte aufzuschreiben. Und die Schauspielerin Isabelle Huppert, die sein Lebensstück mit ihm auf die Bühne bringen will. Martin ist bereit, für diese Aufführung alles zu riskieren. Sie soll zum endgültigen Zeugnis seiner Neuerfindung werden.

Für ihr authentisches Porträt eines schwulen Jungen, der sich von seiner prekären Herkunft befreit und zu einer eigenen künstlerischen Stimme findet, wechselt Regisseurin Anne Fontaine zwischen Marvins traumatischer Vergangenheit in der ostfranzösischen Provinz und Martins verheißungsvoller Gegenwart in der Pariser Bohème hin und her. Die berührende Geschichte einer queeren Selbstermächtigung gegen alle sozialen und kulturellen Widerstände erinnert stark an Édouard Louis‘ Bestseller „Das Ende von Eddy“ (2014), ist aber keine Adaption. Bei den Filmfestspielen in Venedig wurde der Film, in dem neben Newcomer Finnegan Oldfield („Nocturama“, 2016) mit Isabelle Huppert und Charles Berling auch zwei Stars des französischen Kinos glänzen, mit dem Queer Lion ausgezeichnet.

Nach dem Urteil / Jusqu’à la garde

F 2017 l R: Xavier Legrand l D: Denis Ménochet, Léa Drucker, Thomas Gioria, Mathilde Auneveux, Mathieu Saikaly, Florence Janas l OmU l 93 Min.

Kurz nach ihrer Scheidung haben sich Miriam und Antoine Besson nichts mehr zu sagen – was noch geklärt werden muss, übernehmen die Anwälte. Zwischen ihnen stehen die leidtragenden Kinder: die volljährige Joséphine und ihr jüngerer Bruder Julien. Bei der Verhandlung im Familiengericht erhalten die Eltern das gemeinsame Sorgerecht für ihren Sohn – ein herber Rückschlag für Miriam, die ihren Ex-Mann für unkontrollierbar und gefährlich hält. Besonders schwierig ist die Situation für Julien: Er ist nun gezwungen, zwischen der emotionalen Welt seiner geliebten Mutter und jener entgegengesetzten seines undurchsichtigen Vaters hin und her zu navigieren. In einer zunehmend eskalierenden Lage versucht der Junge alles, um das Schlimmste zu verhindern.

Nachdem sein Regiedebüt 2013 für den Oscar als Bester Kurzfilm nominiert war, legt Xavier Legrand mit seinem ersten Spielfilm einen beeindruckend-intensiven Thriller vor, der unter anderem in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde. 

Une journée (extra)ordinaire / Ein ganz normaler Tag

D 2018 l OmU l 25 Min.

„Une journée (extra)ordinaire/Ein ganz normaler Tag“ führt die Zuschauer auf eine unglaubliche Reise. Achtung! Die Stadt Magdeburg wird von Außerirdischen angegriffen und unsere Reporter berichten für sie. Schnallen sie sich an, Aktion und Spannung sind garantiert. Nach den erfolgreichen französischsprachigen Kinderfilmen „La maison du chemin des ténèbres/Das Haus am Schattenweg“ und „Magdebourg en français/Magdeburg auf Französisch“ ist die Film AG vom Hort der Dreisprachigen Internationalen Grundschule wieder da. Unter der Leitung des erfahrenen Tandems Lionel Méjean (DIG) und Gregor Schienemann (Gröninger Bad) haben vierzehn Schulkinder einen spannenden und humorvollen Science-Fiction Film für Kinder und Erwachsene gedreht. Der Film ist in Originalfassung auf Französisch mit deutschen Untertiteln.

Wohne lieber ungewöhnlich

F 2016 l R: Gabriel Julien-Laferrière l D: Julie Gayet, Thierry Neuvic, Julie Depardieu l FSK: o. A. l 95 Min.

Sophie und Hugo sind im siebten Himmel. Doch Sophies Sohn sieht schon die Trennung am Horizont, denn er hat viele Väter gehen sehen und weil nicht nur Sophie nach drei Ehen drei Kinder hat, sondern auch die Väter fleißig waren, ergibt das nach Patchwork-Arithmetik: 6 Halbschwestern/-brüder, 8 Erziehungsberechtigte und ebenso viele Zuhause. Eines Tages drehen die Halbgeschwister den Spieß um, kapern eine Altbauwohnung und überreichen den 8 Elternteilen einen Betreuungsplan. Es kommt zu einem Patchwork-Ping-Pong mit noch mehr Chaos… Eine herzhafte Komödie mit viel Sinn, Humor und Verstand für die Fallstricke moderner Familienkonzepte.