Zweierpasch „Un peu d’Amour“ … KONZERT

KONZERT / 5. Juli / 20.00 Uhr

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20:00

Poetisch, politisch, polyphon: Zweierpasch gehen über Grenzen – sprachlich und geografisch. Mit ihrem rebellischen World HipHop prägt die Band aus Freiburg und Straßburg die Szene auf ihre ganz eigene Weise. Das haben die lyrischen Grenzgänger bei Tourneen in Europa, Afrika und Asien bewiesen. 2017 waren sie „Freiburgs Band des Jahres“. Im November 2018 haben sie in Paris den Adenauer-de-Gaulle-Preis erhalten. Im Zeichen von Frieden, Austausch und Toleranz touren sie mit ihren deutsch-französischen Tracks durch die Welt. Zuletzt waren sie für Konzerte und Workshops in Belgien, Frankreich, die Schweiz und Mali. In Bamako spielten sie vor 10.000 jubelnden Fans. Am 29. November erscheint ihr neues Album „Un peu d’Amour“. Begleitet werden die zweisprachigen Zwillinge von fünf Musikern, die Zweierpasch-Shows zum virtuosen Spektakel machen: Deutsch-französischer Rap trifft auf souligen Gesang, Reggaerhythmen auf funkige Bläser, rockige Riffs auf flüsternde Melodien. So begeistert die Band auf Festivals in Westafrika, als Voract von Nico Santos oder bei den Fridays for Future. Auch als Ehrengäste von Merkel, Macron, Joachim Gauck oder Udo Lindenberg sind die Grenzgänger unterwegs. Die Musik von Zweierpasch steht für Weltoffenheit und wortgewaltigen Widerstand. Mit ihrem neuen Album wird der Sound noch internationaler: „Lichter“ bringt melancholische Poesie für magische Momente mit Gastsänger Kenny Joyner (FatCat), „Clandestino“ ist eine politisch aufgeladene Latino-HipHop-Hymne für offene Grenzen, „Globetrotter“ eine Weltreise mit afrikanischem Einschlag.

 

Fünf Fragen an die Band Zweierpasch

 

Ihr bezeichnet euch als Grenzgänger. Warum?

Till: Wir gehen als World HipHop-Band über Grenzen. Sprachlich, mental, geografisch. Wir rappen in zwei Sprachen, treten in vielen Ländern auf und mischen zahlreiche Genres. Offene Grenzen sind ein Privileg, das manchmal selbstverständlich scheint. Das ist es aber überhaupt nicht. Es gibt ja genügend Leute und Politiker, die lieber Mauern bauen wollen und auf Egoismen setzen. Wir wollen zeigen: Probleme lösen wir, wenn dann gemeinsam.

Welche Bezüge habt ihr zu Frankreich?

Felix: Wir wohnen im Grenzgebiet (Freiburg und Kehl/Straßburg) und werden immer mal wieder für Deutsch-Franzosen gehalten. Das stimmt nur halb. Wir sind in einer deutschen Familie aufgewachsen. Mittlerweile aber in beiden Ländern und Sprachen zu Hause. In Frankreich haben wir uns als Jugendliche bei Urlauben verguckt. Und sind vor allem durch französischen HipHop auf der Sprache hängen geblieben. Das hat uns so geflasht, dass wir es selbst probieren wollten.

Was ist das Besondere am Schreiben auf zwei Sprachen?

Till: Wir lernen beim Texten auf Französisch jedes Mal dazu. Auch wenn es kurios klingt: Es ist eigentlich gar nichts Besonderes daran. Viele Künstler mischen Sprachen. Als wir in Afrika waren, ist uns das richtig klar geworden: Da texten viele auf mindestens drei oder vier Sprachen. Da sind „nur zwei“ nix. Unser Ziel ist, Sprachen zu verschmelzen. Am Ende soll es klingen wie eine einzige Weltsprache.

Welches französische Etwas sollte eurem Geschmack nach noch viel verbreiteter sein in Deutschland?

Felix: Französische Musik. Vor allem HipHop. Da gibt es ungaublich viele gute Künstler. Youssoupha, Oxmo Puccino, Big Flo und Oli, Orelsan … Aber ey: Einige französische Acts laufen hier ja regelmäßig im Radio. In Frankreich absolut nicht. Da kennen die meisten höchstens zwei Gruppen: Nena und Rammstein. La catastrophe!

Spielt die Herkunft – Deutschland oder Frankreich – für euch noch eine Rolle oder fühlt ihr euch durch eure Musik überall zu Haus, in Europa oder noch weiter?

Till: Bei uns im Grenzgebiet fühlen wir uns quasi überall zu Hause. Bei Tourneen in Westafrika, Kasachstan oder der Ukraine merkt man aber schon, dass man weit gereist ist. Das sind andere Welten. Die zu entdecken, das ist mit das Schönste als Musiker. Wenn wir wie kürzlich in Bamako mit 10.000 Maliern feiern, werden Grenzen trotzdem irgendwie bedeutungslos. Da spüren wir ganz stark: Musik ist Weltsprache. Das verbindet einfach.

ORT: Moritzhof VERANSTALTER: ARTist! e.V. EINTRITT: 10 Euro VVK / 12 Euro AK NACHHÖREN: zweierpasch.com COPYRIGHT BILD: Desiree Weber