WIRD VERLEGT! Marko Martin 

"Die verdrängte Zeit - Vom Verschwinden und Entdecken der Kultur des Ostens"

Die Wiederentdeckung des ostdeutschen Avantgarde. Weshalb ist die Erinnerung an die Kultur des Ostens stets zwischen politisierender Analyse oder apolitischer Ostalgie gefangen? Marko Martin entdeckt die ostdeutsche Avantgarde neu und zeigt, was sie uns heute noch alles sagen kann. Die Beschäftigung mit der DDR-Vergangenheit scheint rettungslos zwischen Floskeln eingeklemmt. Weshalb finden sich die, die 89/90 den Umbruch mitgestaltet haben, mit ihren Jugendlektüren, intellektuellen Prägungen oder Musikvorlieben heute beinahe in einer Art bezugsloser terra incognita, während doch gleichzeitig westliche 68er-Erlebnisse längst ins kollektive Gedächtnis eingegangen sind? Dieses Buch hat nicht den Anspruch einer letztgültigen Alternativ-Geschichte der DDR, es versucht, einen neuen, unideologischen Blick zu eröffnen. Wie etwa sah im eingemauerten Land eine Literatur oder Filmkunst aus, die weder politisch-oppositionell noch staatstragend war, sondern sich ihre Freiheitsräume gewitzt eroberte? Welche Rolle hatten Jazz und Punk? »Die verdrängte Zeit« ist eine provokativgutgelaunte Erinnerung an weltgewandte Kulturleistungen, die nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht waren – und die nicht wegen, sondern trotz des Regimes entstanden sind.
Marko Martin lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. In der Anderen Bibliothek erschienen seine Bücher „Schlafende Hunde“ und „Die Nacht von San Salvador“, sowie 2019 der Essayband „Dissidentisches Denken“. Mit „Das Haus in Habana. Ein Rapport“ stand er auf der Shortlist des Essayistikpreises der Leipziger Buchmesse.

LESUNG & GESPRÄCH

Ort:

Scheune

Weitere Informationen:

Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Sachsen-Anhalt

Der Eintritt ist frei!

Reservierung empfohlen!

Copyright Bild: Anke Illing

 

Diese Veranstaltung wird verlegt. Ein Ersatztermin ist noch nicht bekannt.